Der g-Moll Akkord auf der Gitarre: Geschichte, Akkordformen & populäre Songs in der Tonart g-Moll

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G-Moll Geschichtsstunde: Der Winter unseres Missvergnügens

G-Moll ist nie zufrieden. Ihr Level an Angst, Enttäuschung, schlechter Laune und Groll macht sie manchmal schwer zu ertragen. G-Moll macht nicht immer Spaß, aber hey, wer von uns verwandelt sich nicht gelegentlich in einen Freude saugenden emotionalen Vampir? Zum Glück haben wir Gitarristen ein Ventil für solche negativen Emotionen, und wenn sie überstanden sind, wechseln wir einfach die Tonart.

Mozarts ergreifendste Äußerungen emotionalen Schmerzes wurden in g-Moll geschrieben, und das ist auch die Haupttonart für seine durchnummerierten Symphonien. Interessanterweise wurden während der klassischen Epoche für g-Moll-Symphonien fast immer vier Hörner verwendet – zwei in G und zwei in B (die parallele Molltonart von g-Moll).

Die Tonart g-Moll ist die parallele Molltonart der Tonart B-Dur. Warum? Weil beide die gleichen Vorzeichen haben – vier Bs. Eine Moll-Tonart liegt immer drei Halbtöne tiefer als ihre parallele Dur-Tonart; du kannst die parallele Moll-Tonart jeder Dur-Tonart finden, indem du einfach drei Halbtöne herunterzählst, was dasselbe ist wie das Herunterzählen von drei Bünden auf deiner Gitarre.

Mozarts leidvollste Kompositionen waren in g-Moll geschrieben.

Um tiefer in die Molltonleitern und ihre Funktionsweise einzutauchen, lies dies.

Die Akkordposition von g-Moll auf der Gitarre: Wie f-Moll, nur zwei Bünde höher

Wir haben schon über die “Beweglichkeit” einiger Akkordpositionen gesprochen. Die Akkordposition dieser Woche ist dafür eine gute Erinnerung, denn sie ist genau die gleiche wie die f-Moll-Position der letzten Woche – nur um zwei Bünde nach oben verschoben!

Wie auch schon f-Moll mögen die Tonart g-Moll und die dafür erforderlichen Gitarrenakkorde für einige leicht und für andere schwer sein. Aber wenn du unsere kostenlose Uberchord-App für deine Übungsstunden benutzt, kannst du Wunder für deinen Sound bewirken!

Der Grundakkord von g-Moll kann ein Barré-Akkord sein, bei dem der Zeigefinger über allen Saiten am dritten Bund liegt und zwei weitere Finger die vierte und fünfte Saite am fünften Bund gedrückt halten. Wenn volle Barré-Akkorde noch nicht dein Ding sind, kann dein Zeigefinger auch über den ersten drei Saiten am dritten Bund liegen und zwei weitere Finger können die vierte und fünfte Saite am fünften Bund gedrückt halten. Beide Positionen sind am Hals der Gitarre nach oben verschiebbar (zur Bildung von as-Moll, a-Moll, b-Moll usw.), aber bei der zweiten Position musst du darauf achten, dass du die sechste Saite nicht anspielst.

Theorie und Praxis: Das Muster der g-Moll Tonleiter

Wenn du diese Reihe bisher noch nicht verfolgt hast, hilft es dir, wenn du dir die Unterschiede zwischen einer Dur- und einer Molltonleiter ansiehst.

Im Gegensatz zu Dur-Tonleitern haben die Töne in einer Moll-Tonleiter die folgenden Abstände zueinander:

Ganzton, Halbton, Ganzton, Ganzton, Halbton, Ganzton, Ganzton

Die zweite und die fünfte Note der Tonleiter liegen jeweils einen Halbton über den vorhergehenden Noten, alle anderen Noten sind Ganztöne über den vorhergehenden Noten. Alle natürlichen Molltonarten folgen diesem Muster.

In der Tonleiter g-Moll sind die Noten also G, A, B, C, D, Es und F.

Unten sind zwei Oktaven der g-Moll-Tonleiter zu sehen, mit G als Grundton und einem weiteren G, eine Oktave höher, und einem dritten G an der Spitze. Versuche, sie auf deiner Gitarre entsprechend der Tabulatur unten zu spielen.

Du kannst leichter spielen – und improvisieren! -, wenn du dir die Noten auf dem Griffbrett deiner Gitarre merkst. Hier ist eine geheime Technik,die von vielen professionellen Gitarristen auf der ganzen Welt verwendet wird, um das Griffbrett auswendig zu lernen.

Weiterführende Info: Harmonische und melodische Moll-Tonleitern

Kürzlich haben wir dir die harmonischen Molltonartenvorgestellt, die wie die natürlichen Molltonarten (die Molltonarten, die wir bisher studiert haben) sind, außer dass die siebte Note um einen Halbton erhöht ist. In der Tonart g-Moll würde dies das F zu einem Fis anheben.

Wir haben dir auch melodische Molltonleiterngezeigt, die den sechsten und siebten Ton der Skala anheben, aber nurbeim Aufstieg. Beim Abstieg ist die melodische Molltonleiter genau wie die natürliche Molltonleiter.

Akkorde in g-Moll

Es ist wichtig zu verstehen, dass nicht nur die Tonfolgen in den Molltonarten im Gegensatz zu den Durtonarten unterschiedlich sind, sondern auch die Akkordmuster, und die Akkorde folgen nicht dem gleichen Muster wie die Töne. In allen Molltonleitern (auch in den melodischen und harmonischen) ist die Akkordfolge so:

  1. Akkord: Moll
    2. Akkord: vermindert
    3. Akkord: Dur
    4. Akkord: Moll
    5. Akkord: Moll
    6. Akkord: Dur
    7. Akkord: Dur

Der g-Moll-Akkord, der den Grundakkord der g-Moll-Tonleiter bildet, setzt sich aus den Tönen G, B und D zusammen – der ersten, dritten und fünften Note der Tonleiter g-Moll. Auf der Gitarre werden diese Noten in dieser Reihenfolge gegriffen, wenn man die unten abgebildete volle g-Moll-Akkordform verwendet: G, D, G, G, B, D, G.

Warum klingt dieser Akkord so anders als der G-Dur-Akkord? Der Hauptunterschied liegt in der dritten Saite: Die Saite, die im G-Dur-Akkord am vierten Bund niedergehalten wird, um ein H zu erzeugen, wird in g-Moll am dritten Bund niedergehalten, um ein B zu erzeugen. Das liegt daran, dass die Tonart von g-Moll vorschreibt, dass H (anders als in G-Dur) zu B erniedrigt wird. Und das ist alles, was es braucht, um einen süßen kleinen G-Dur-Akkord in ein verschrobenes g-Moll zu verwandeln.

Da der Grundakkord in g-Moll keine leeren Saiten hat, ist er nicht sehr klangvoll, aber dafür vielseitig. Wie wir bereits erwähnt haben, kannst du dieselbe Akkordposition den Halshoch verschieben und so einen Moll-Akkord erzeugen, wo immer du dir einen wünschst.

All diese hochtrabenden Reden setzen Kenntnisse der Musiktheorievoraus. Wenn du dich in Musiktheorie schlau machst, macht dich das zu einem besseren Musiker und verhindert außerdem, dass du dir blöd vorkommst, wenn andere Musiker mit großen Worten um sich werfen. In unserem Blog findest du eine Reihe hilfreicher Musiktheorie-Artikel, die dich auf den richtigen Weg bringen.

Akkord Progressionen in der Tonart g-Moll

Wenn du jeden einzelnen Akkord in der Tonart g-Moll verwenden würdest, wären das die folgenden:

g-Moll, A vermindert, B-Dur, c-Moll, d-Moll, Es-Dur und F-Dur

Die G-, C- und D-Akkorde sind Moll-Akkorde, weil in der natürlichen Moll-Tonleiter (im Gegensatz zur Dur-Tonleiter) die Akkorde an der ersten, vierten und fünften Position moll sind.

Der A-Akkord ist ein verminderter, weil er in der Tonart g-Moll an zweiter Stelle steht – und in Moll-Tonarten sind Akkorde an der zweiten Stelle vermindert.

Wie in den Dur-Tonarten kann auch hier der fünfte Akkord – in diesem Fall d-Moll – als Septakkord – in diesem Fall Dm7 – gespielt werden. Da er an fünfter Stelle steht, hat er die Ehre, der Akkord zu sein, der das Ende der Akkordfolge ankündigt, und auf ihn folgt in der Regel der Grundakkord (g-Moll).

Durch das Hinzufügen der siebten Note der Tonart d-Moll (C) zum d-Moll-Akkord entsteht ein Dm7. Das lässt den Akkord so klingen, als würde er die Handlung vorantreiben. Warum? Weil ein Akkord, der leicht dissonant oder “ungelöst” klingt, das Gehör dazu veranlasst, einen weniger dissonanten Klang zu erwarten. Das ist eine dieser Sachen, die Musik zu dem machen, was sie ist.

Die siebte Note einer Tonleiter wird wegen der Art und Weise, wie sie uns zur Tonika oder zum Grundton der Skala führt, als Leittonbezeichnet. Sie ist also gut dazu geeignet, einem Fünftonakkord hinzugefügt zu werden, um “die Action voranzutreiben”. Wenn du Septakkorde und ihre Verwendung besser verstehen lernen möchtest, lies diesen Artikelin unserem Blog. Und wenn du mehr über Akkordfolgen wissen möchtest, sieh dir diese Artikelseriean.

Akkord Progressionen in g-Moll

Zur Wiederholung hier die Akkorde der Tonart g-Moll: g-Moll, A vermindert, B-Dur, c-Moll, d-Moll, Es-Dur und F-Dur. Aber diese Akkorde einfach nur zu spielen, macht noch lange keine Musik; die Akkorde müssen in einer für das Ohr angenehmen Reihenfolge kommen.

“Paradise,” von Coldplay (Strophe und Refrain)
Deshalb haben wir Akkordprogressionen. Deine Übungseinheiten, nachdem du deine Akkordformen spielen gelernt hast, bestehen aus Akkordprogressionen. Die Lieder, die du hörst, bestehen aus Akkordprogressionen. Wenn du die Akkorde eines Liedes nachschlägst, suchst du nach den Akkordprogressionen dieses Liedes. Die Akkordfolgen sollten die Noten der Melodie und der Harmonie des Liedes enthalten, aber sie müssen auch von sich aus gut klingen.

Die bei weitem gebräuchlichste Akkordfolge für Folk, Klassik, Jazz-Standards, Country- und Popsongs basiert locker auf der folgenden Progression: I, IV, V, I (d.h. auf dem ersten, vierten und fünften Akkord in jeder Tonart, Dur oder Moll).

In der Tonart g-Moll sind die Akkorde in dieser Progression g-Moll, c-Moll und d-Moll (oder Dm7). Spiele die folgenden Progressionen, wobei du bei jedem Akkord vier Schläge zählst:

g-Mol l- g-Moll – c-Moll – g-Moll.

g-moll – g-moll – c-moll – g-moll.

g-Moll – c-Moll – d-Moll (Dm7) – g-Moll.

Das klingt schon eher nach Musik!

Versuche nun, die folgenden Progressionen durchzuspielen und dabei auf ähnliche musikalische “Botschaften” zu achten. Welche Progressionen klingen fertig und bei welchen wünschst du dir eine Fortsetzung, besonders wenn sie mit Dm7 enden? Wie lange du die einzelnen Akkorde spielst, liegt ganz in deiner Hand. Wenn du wirklich ehrgeizig bist, setzt du einige Akkorde zusammen und komponierst ein neues Musikstück!

  1. g-Moll – d-Moll – Es-Dur – c-Moll
  2. g-Moll – Es-Dur – c-Moll – d-Moll
  3. g-Moll – d-Moll – Es-Dur – B-Dur – c-Moll – g-Moll – c-Moll – d-Moll
  4. g-Moll – g-Moll – g-Moll – g-Moll – c-Moll – c-Moll – g-Moll – g-Moll – d-Moll – d-Moll – g-Moll – g-Moll
  5. A vermindert – c-Moll – d-Moll
  6. g-Moll – c-Moll – d-Moll – c-Moll
  7. d-Moll – c-Moll – g-Moll
  8. Es-Dur – c-Moll – g-Moll – d-Moll
  9. Es-Dur – d-Moll – Es-Dur – d-Moll

Ein paar große Songs in der Tonart g-Moll

Bevor du anfängst, g-Moll als den “bösen Nachbarn” der Molltonarten abzutun, denke daran, dass auch du Momente der Verbitterung, des Grolls, der Unzufriedenheit und der Angst hast – und ist es nicht toll, dass es eine Tonart gibt, die dir dabei helfen kann, all diese negativen Emotionen mit Hilfe deiner vertrauten Axt auszudrücken?

G-Moll kann wie in “Evil Ways” von Santana eine Verhöhnung von Frauenhassern sein.

Deep Purples Smoke On The Water

Sam Smiths Like I Can

Sie kann eine Hymne an manchmal erschütternd schmerzvolle Beziehungen sein, wie Adeles “I Miss You”.

G-Moll ist an den dunklen Orten des Lebens für dich da. Lerne sie gut, denn du weißt nie, wann du vielleicht die Gesellschaft eines depressiven Freundes brauchst, der versteht, was du durchmachst.

Und falls du noch nicht die  Uberchord App heruntergeladen hast, findest du hier fünf gute Gründe, warum du es tun solltest!

Quellenangaben:

music.stackexchange.com/questions/9798/the-differences-between-natural-harmonic-and-melodic-minors
jamieholroydguitar.com/10-must-know-jazz-standards
jazzguitarlessons.net/jazz-blues.html
pianoscales.org/songs-by-key.html
Rita Steblin (1996) A History of Key Characteristics in the Eighteenth and Early
Nineteenth Centuries,
University of Rochester Press, p. 123
Emotions of the Musical Keys
The 10 Most Used Chord Progressions in Pop and Rock and Roll

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